6. Infrastruktur
1965 wurde die Sondershäuser Straße ausgebaut (Granitpflaster, Fußwege mit Gehwegplatten, moderne Straßenbeleuchtung). Ab Einmündung jetzige Wehrstraße erfolgte bis zur jetzigen Kreuzung B4/Gewerbegebiet bzw. Uthleber Straße ein Straßenneubau mit 3 Brückenbauwerken (Helmebrücke, Brücke über den damaligen Mühlgraben, Flutbrücke an der Kleingartenanlage / Kesselweg). Die Straße durch den Ort wurde als „Schnellstraße“ deklariert, was einer erlaubten Geschwindigkeit von 60 km/h entsprach. Durch diese teilweise „Ortsumgehung“ wurden die Anwohner der „alten“ Sondershäuser Straße (zwischen Uthleber Straße und Einmündung Wehrstraße) deutlich von Verkehr und Lärm entlastet. Der Garten der Gaststätte Schmidt und der damalige Sportplatz am Jugendheim wurden durch den Straßenbau allerdings deutlich verkleinert.
Weitere Straßenausbaumaßnahmen gab es in den 1980er Jahren, so u.a. in der Friedensstraße und – nach einer „Staatsratseingabe“ – in der Rudolf-Breitscheid-Straße (jetzige Wehrstraße).
Durch die Buslinien Nordhausen-Sundhausen-Uthleben-Heringen-Auleben und Nordhausen-Sundhausen-Steinbrücken-Hain war unser Ort gut an die Stadt angebunden. Busfahrscheine waren preiswert. Die Abfahrtszeiten waren an die gängigen Normal- und Schichtarbeitszeiten der volkseigenen Betriebe gut angepasst. Viele Sundhäuser hatten rabattierte Monatskarten und fuhren täglich mit dem Bus zur Arbeit nach Nordhausen. Nach der Arbeit wurden die zurückgekehrten Gruppen vor den beiden Gaststätten meist deutlich kleiner – dieser oder jener gönnte sich nach einem anstrengenden Tag dort gleich ein „Feierabendbier“.
Ende der 1980er Jahre gab es dann konkrete Planungen für einen Straßenneubau am „Hainer Berg“ (jetzt „Sundhäuser Berge“). Die kurvenreiche B4 zwischen den Abzweigen Steinbrücken und Hain barg ein erhöhtes Unfallrisiko, es gab keine Überholmöglichkeiten und bei Schnee oder Eisglätte standen oft Lkw quer. Die neue Straße sollte ab Ortsausgang Sundhausen über den „Milchweg“ (Feldweg, südliche Verlängerung der Riesleber Straße), am Buttergraben vorbei und schließlich an der Einmündung zur Kreismülldeponie wieder auf die B4 führen. Im Kreisarchiv sind dazu noch teilweise Unterlagen zu finden. Nach dem Beitritt zur BRD 1990 wurden die Planungen verworfen, später wurden mit immer weiter zunehmendem Verkehr und steigenden Unfallzahlen wieder Forderungen nach einer Entschärfung der kurvenreichen Strecke laut.